Dienstag, 20. September 2016

Henna & Amla, Henna dunkelbraun und nussbraun

Ich bin umgestiegen! Zu Khadi Haarfarben und Kräutershampoo. Heute berichte ich erst einmal über die Farbe, das Shampoo erhält einen eigenen Bericht.


Warum bin ich umgestiegen?

Seit über zehn Jahren habe ich Henna Haarfarbe der Marke Esther TOL verwendet. Mal ESTHERTOL Henna Pulver rot extra stark, mal ESTHERTOL Henna Pulver rot verstärkt, je nach Lust und Laune. Die Haare sind immer super schön rot geworden, die Haarstruktur ist dicker geworden, da sich die Farbe um das einzelne Haar legt - schön bei sehr dünnem Haar, wie meinem. Nur irgendwie hatte ich schon seit längerem den Eindruck, dass die Kopfhaut sehr trocken ist so zwei bis drei Tage nach dem Färben. Ich habe meinen Online-Shop angeschrieben und gefragt ob in der Rezeption etwas verändert wurde - man leitete meine Anfrage an Esther TOL weiter, die mir auch direkt zurück schrieben, dass die Rezeptur seit Jahren nicht verändert wurde.

Beim genaueren Betrachten der Verpackung ist mir dann aufgefallen, dass noch ein Zusatzstoff ausser Henna im Paket ist - ehrlich gesagt habe ich vorher nie darauf geachtet, dachte immer, dass Natur hier pur verkauft wird. 
"Sodium Picramate" ist mit drin, ein Farbverstärker, der in Verdacht steht, dass er Krebs erregen könnte. Wahrscheinlich ist in der Henna Farbe nur ein Bruchteil von dem drin, was bei herkömmlichen Chemiefarben drin ist, aber: muss ja nicht sein. 

Also habe ich mal recherchiert was es denn an alternativen Henna Farben gibt, die auch zuverlässig grau abdecken und bin bei Khadi gelandet. Die Bewertungen bei Amazon sind sehr gut, obwohl es auch Fälle gibt, bei denen das Haar die Farbe überhaupt nicht angenommen hat - es ist ein Versuch wert.

Da ich durch ein Haar-Experiment im Moment ziemlich grell kupferfarben auf dem Kopf bin, möchte ich gerne ein etwas dunkleres rot anstreben und habe mich deshalb nicht für Henna pur, sondern eine Mischung Khadi Pflanzenhaarfarbe Henna und Amla entschieden. 

Um einen noch dunkleren Ton zu erreichen, habe ich noch dunkelbraun mit bestellt und nussbraun. Beim ersten Färben haben ich von allen drei Farben eine Mischung hergestellt, nicht dass es gleich zu dunkel wird. Dass man die Farben untereinander mischen kann, das gefällt mir sehr gut.

Für diejenigen, die noch nie ihre Farbpaste selbst angerührt haben, hier eine kurze Anleitung:

Den Wasserkocher anstellen (oder Rotwein erhitzen, oder schwarzen Tee kochen). Die Menge der Flüssigkeit entspricht natürlich der Menge des Pulvers, ich verwende von jedem Pulver einen gehäuften EL bei etwas längerem als schulterlangem Haar. Mit Rotwein habe ich auch schon oft gefärbt, ich hatte den Eindruck, dass die Farbe dann nicht so ausblutet wie sonst - kann aber auch Einbildung sein. Mit Tee habe ich noch keine Erfahrungen beim Anrühren der Farbe.

Ich habe eine extra Plastikschüssel, die ich immer zum Färben verwende, denn diese sieht innen nicht mehr schön aus.



Die heiße Flüssigkeit nun auf das Pulver gießen und mit dem Schneebesen rühren, es sollte eine breiige Masse entstehen, aber noch leicht flüssig, damit man sie mit dem Pinsel auftragen kann. Hier müsst ihr einfach experimentieren welche Konsistenz euch angenehm ist, im Grunde ist es egal ob ihr Brei auftragt oder flüssig. Ich tendiere eher zu dickflüssig, damit mir zum einen kein Brei von Kopf runterfällt, aber auch nachher nichts tropft. Beim Auftragen ziehe ich meist schwarze Klamotten an und stelle mich auf ein altes großes Handtuch, damit der Fußboden nicht von Spritzern bedeckt ist :-)

Die Farbe sollte in möglichst warmem Zustand aufgetragen werden, denn die Farbe färbt nur, wenn sie warm ist. Verbrennt euch aber nicht den Kopf!
Ich fange meist an einer Seite über dem Ohr an und ziehe einen Scheitel und trage die Farbe erst mal am Ansatz auf, dann gehe ich bis zu den Spitzen. Dann mache ich 2 cm höher wieder einen Scheitel und trage da die Farbe auf. Wenn der Oberkopf vollständig Farbe bekommen hat, rolle ich die Haare mit Farbe zusammen wie zu einem Dutt und gehe dann am Hinterkopf langsam Strähne für Strähne nach unten. Man kann das sehr wohl alleine machen, ich verwende einen Spiegel, bei dem man die Außenseiten weg klappen kann, sodass ich auch hinten alles gut sehe.

Ganz wichtig: Handschuhe muss man tragen, die Farbe färbt sehr schnell, man hat rucki zucki orangene Verfärbungen auf der Haut, die meist erst am nächsten Tag wieder verblassen.

In den Haarfarben-Packungen sind Handschuhe und auch eine Haube mit drin, die man sich über die Farbe stülpen kann. Damit die Farbe schön warm gehalten wird, kann man sich ein Handtuch drüber schlagen oder - so mache ich das - eine Wintermütze anziehen. Ich nehme eine alte, die ich draussen nicht mehr trage, dann ist es nicht schlimm, wenn sie an den Rändern verfärbt.

Wenn ihr das erste mal färbt, würde ich auf jeden Fall eine Probesträhne färben. Ich bin schon ein alter Henna-Hase und brauche so etwas nicht mehr. Auch wenn ich jetzt etwas dunkler werden will: ich experimeniere einfach, mir ist es eigentlich egal, ob es etwas heller oder dunkler ist, dann korrigiere ich beim nächsten Mal eben.

Auswaschen: nach 30 Minuten bis 2 Stunden, je nach gewünschter Farbintensität, wird die Pampe mit Kopf über der Badewanne einfach wieder ausgewaschen. Das dauert recht lange, man soll so  lange spülen bis fast keine Farbe mehr ausläuft. Damit auch alle Pulverkörnchen wirklich ausgespült werden, empfehle ich ein silikonfreies Shampoo und eine Spülung hinterher oder Haarseife zum Auswaschen.
Aktuell (seit 5 Monaten) trage ich allerdings Extensions (Bondings), die ich mit färbe. Da diese Zusatzhaare auch echte Haare sind, nehmen sie die Farbe genauso auf wie meine echten Haare. Allerdings darf man diese nicht kopfüber auswaschen. Das stellte mich schon vor ein Problem, denn ich dachte wenn ich das in der Dusche mache, dann ist mein ganzer Rücken verfärbt. Einmal hat mein Mann mir geholfen und ich habe mich mit Kopf nach hinten an die Badewanne gelehnt und er hat ausgewaschen. Aber er hat mir das zu vorsichtig und nicht gründlich genug gemacht. Nun steige ich doch mit Handschuhen in die Dusche und wasche dort alles ab. Funktioniert einwandfrei :-)
Man kann nachher alles abspülen, ich empfinde das jetzt nicht also besonders aufwendig.

Bei meinem ersten Versuche mit Henna & Amla zusammen mit dunkelbraun und nussbraun im Vergleich zu Henna extra rot von Esther TOL sah die angerührte Masse erst einmal gleich aus, auch die Konsistenz und der Geruch sind nahezu identisch. Beim Auftragen habe ich jedoch sofort gesehen, dass die Farbe auf dem Kopf etwas dunkler wirkt und habe mich entschieden sie nicht gleich 2 Stunden, sondern nur 30 Minuten drauf zu lassen. Auch die Handschuhe, die sonst sehr schnell orange werden, hatten eine dunklere Verfärbung.

Als ich nach der halben Stunde die Pampe abgewaschen habe, war mein grelles kupfer nicht sehr viel dunkler geworden, aber gleichmäßiger vom Farbton her - vorher verlief der Farbverlauf es nach unten hin heller. Außerdem ein wunderschöner Glanz. Gefällt mir sehr gut so, nächstes Mal lasse ich das nussbraun vielleicht weg.












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