Sonntag, 10. November 2013

Fotokurs Woche 2

Fotokurs VHS (2. Woche), meine Kamera: Sony alpha 37

Das Hauptthema des heutigen Abends war der Autofocus.
Unser Dozent erklärte uns, dass dieser nicht immer sinnvoll ist.

Der Autofocus sucht in der Mitte des Vorschau-Bildes nach Objekten, die später scharf abgebildet werden. Aber nicht immer ist das scharf abgebildete Objekt auch das, was wir scharf machen wollten.

Von daher haben wir den Autofocus (Menü fn-AF) auf "Spot" umgestellt. Jetzt wird nur noch ein kleines Auadrat in der Vorschau angezeigt. Dieses Quadrat wird nun auf das scharf abzubildende Objekt gerichtet.


Spot auf die rechte Beere gerichtet, Beere scharf, Hintergrund unscharf.
 
Spotmessung schärfetechnisch:


Auswirkung:
Scharfstellen eines kleinen anvisierten Punktes statt des gesamten Motivs.
Angesehenes Beispielfoto: ein Frau schaut hinter einem Baum hervor. Die Frau wurde scharf abgebildet, der Baum unscharf.

Wären jetzt zwei Frauen zu fotografieren und ich würde mit eingestelltem Spot dazwischen hindurch zielen, dann würde der Hintergrund scharf werden und nicht die Damen im Vordergrund.

Deshalb: Auslöser auf eine Person richten, Auslöser halb gedrückt halten (Schärfepunkt speichern), den richtigen Bildausschnitt wählen und auslösen.

Die Schärfe wird etwa vor dem anfokussierten Punkt 1/3 scharf, dahinter zu 2/3.

Gleiches Motiv wie oben, nur größerer Bildausschnitt

Spotmessung belichtungstechnisch:

nur ein sehr begrenzter Teil wird zur Belichtungsmessung herbeigezogen.

Beispiel: eine klassische Konzertbühne, alles ist dunkel und aus einem Scheinwerfer wird das Licht genau auf das Gesicht des Sängers der Band
geworfen. Ein minimaler punktförmiger Bereich (eben nur der Kopf des Sängers) ist auf der großen dunklen Bühne hell beleuchtet.

Dieser Spot ist vergleichbar mit dem kleinen Ausschnitt, den eine Spotmessung der Kamera erfasst. Verglichen mit dem gesamten Foto,  das man auf dem Display der Kamera sieht, misst die Kamera einen so kleinen Bereich, wie den Kopf des Sängers auf der großen Bühne, an.

Richtet man den Spotbereich der Spotmessung (also jenen kleinen punktförmigen Bereich) genau auf das Gesicht des Sängers,
wird die Belichtungselektronik der Kamera genau diesen Bereich richtig errechnet und eine passende Belichtung ausgewählt.
Dadurch wird das Foto ein korrekt belichtetes, sprich gut erkennbares Gesicht auf einer schwarzen Bühne zeigen.
Dass die Bühne schwarz ist, stört nicht, denn man soll ja den Sänger erkennen können.


Spot auf den Ast gerichtet, Rest wird unscharf.

Weiteres Beispiel:
Person im Sonnenlicht der Mittagssonne am überfüllten Strand, alles ist sehr hell.

Nur das Gesicht der zu fotografierenden Person liegt im Schatten ihres schönen Strohhutes. 


Was wird die Kamera als Belichtungsgrundlage bei der Matrixmessung berücksichtigen?

Das Ergebnis ist vergleichbar mit dem Bühnenbeispiel: eine perfekt belichtete Strandszene mit einem zu dunklen, vielleicht gar nicht mehr erkennbarem Gesicht.

Dagegen würde eine Spotmessung auf dem Gesicht dazu führen,
dass die Kamera hierfür eine optimale Belichtung wählt und das Gesicht gut erkennbar wird. Der Preis dafür ist allerdings ein überbelichteter Strand. 





Fazit:

Wenn man per Spotmessung ganz gezielt einen korrekt zu belichtenden Bereich anvisierst und aussucht, muss man sich über die Verschiebungen der Belichtung, bezogen auf das Gesamtbild, im Klaren sein.
Das macht die Spotmessung zu einem kreativen Werkzeug, mit dem man ganz individuell auf die Belichtungssteuerung einwirken kann.
Das bedingt aber ein bewusstes Überlegen und vor allen Dingen Erkennen der Helligkeitsverteilungen im Motiv.



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Goldener Schnitt:

Auf den meisten Laienfotos sind die Motive in der Mitte zu finden - das kann jeder.
Man hat herausgefunden, dass Fotos besonders ansprechend sind, wenn die Motive eben nicht in der Mitte angeordnet, sondern seitlich angeordnet sind.
Man stelle sich das Foto aufgeteilt in 9 Quadrate vor.

Beim Himmel/Erde gilt die 2/2 und 1/3 Anordnung.




Hausaufgabe:

1 Foto mit Autofocus "Spot", Objekt seitlich (goldener Schnitt) mailen.



Meine 5 Faviriten habe ich hier zwischen den Text gepackt, gemailt habe ich das erste Foto, das hat mir am allerbesten gefallen.

Kommentare:

  1. Wieder sehr lehrreich! Hab aber einiges selber schon ausprobiert! Auf Youtube gibt es sehr viele Filme, die dies alles sehr gut erklären.
    LG Petra

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    1. Danke, Petra. Macht auch Spaß. Ich habe an die 80 Fotos gemacht und diese 5 sind als "schöne" Fotos übrig geblieben :-)

      LG
      Heike

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